Denn das ist
meine Welt

Ein Chanson und Kammermusikabend mit Vladimir Korneev

Lieder und Kompositionen aus der Glanzzeit des deutschen Chansons von Marlene Dietrich bis Fritz Kreisler.

Termin:
So, 28. Oktober 2018

17:00 Uhr

Kartenpreise:
25€/15€

Spielstätte:
Robert-Schumann-Saal,
Düsseldorf

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen beschäftigten sich Komponisten in Deutschland und Österreich unvoreingenommen mit Unterhaltungsmusik und ließen sich bereitwillig von Film, Kabarett, Tanzmusik, Jazz, Brett-Liedern und Chansons inspirieren.

Der Chanson- und Kammermusikabend «Denn das ist meine Welt...» lässt sich von der funkensprühenden Vitalität dieser kreativen Musikepoche inspirieren und führt das Publikum geradewegs in die Zeit, als Friedrich Hollaender Marlene Dietrich das Lied «Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt» auf den Leib schrieb. 

Werner Richard Heymann arbeitete als einer der bedeutendsten Musiker der Weimarer Republik unter anderem für Max Reinhardts Kabarett «Schall und Rauch». Theo Mackeben, der die Uraufführung der «Dreigroschenoper» leitete, komponierte mit «Nur nicht aus Liebe weinen» und «Das Lied vom einsamen Mädchen» Evergreens, die bis heute Bekanntheit genießen.

Während Mackeben unter den Nazis weiter arbeiten konnte, wurden viele andere Komponisten, die in der Weimarer Republik Erfolg gehabt hatten, aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verfolgt.

Erich Wolfgang Korngold, der wegen seiner Opern von Komponisten wie Strauss und Mahler bewundert wurde, verließ Europa 1934 rechtzeitig in Richtung USA. In Hollywood drückte er mit seiner avancierten sinfonischen Musiksprache der sich gerade entwickelnden Filmmusik seinen Stempel auf. Korngolds Quartett Nr. 2 entstand kurz bevor er seine Heimat verließ. Es ist eine Liebeserklärung an die österreichischen Landschaften, die er mit Wienerischer Sinnlichkeit beschreibt.

Untrennbar mit dem musikalischen Wien verbunden sind auch die Charakterstücke Fritz Kreislers. In seinen Alt-Wiener Tanzweisen «Liebesfreud» und «Liebesleid» blickt Kreisler mit unnachahmlicher Eleganz und Wiener Schmäh auf musikalische Vorbilder aus Barock und Klassik zurück.

Erwin Schulhoff gehörte zu den Komponisten, die sich in ihrem kompositorischen Schaffen mit Einflüssen aus Unterhaltungsmusik und Jazz auseinandersetzten. Seine «Jazzetüden» erschließen die Energie und Leidenschaft des Jazz mit klassischem Klangsinn. Damit passen sie hervorragend in den Kontext des Niederrhein Musikfestivals, in dem es darum geht, Musik anders zu hören und auf überraschende Weise in neue Zusammenhänge zu setzen. 

Text: Dr. Michael Vogt

Programmidee: Anette Maiburg

Arrangements: Stefan Malzew

Künstler:

VLADIMIR KORNEEV - GESANG

Foto: Nomi Baumgartl

Der gebürtige Georgier kam als Kriegsflüchtling im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach einer zwölfjährigen Ausbildung zum Pianisten und dem Abitur in Augsburg absolvierte er sein Schauspiel- und Gesangsstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. 2012 erhielt er sein Diplom mit Auszeichnung.

Korneev dreht für Film und Fernsehen. 2014 hatte er sein Fernsehdebüt an der Seite von Matthias Brandt und Sandra Hüller im Polizeiruf 110 «Morgengrauen», der für den Grimme-Preis nominiert wurde. Seither drehte er u. a. mit Tom Schilling «Auf kurze Distanz» und mit Ronald Zehrfeld «Dengler». In dem ARD-Spielfilm «Eine Sommerliebe zu dritt»  spielte Vladimir die Hauptrolle. Dieses Jahr hatte Vladimir seine erste Kinofilmpremiere mit «Kundschafter des Friedens» neben Henry Hübchen, Michael Gwisdek und Thomas Thieme, spielte im schweizer Tatort «Kriegssplitter»  und drehte u. a. als Episodenhauptrolle für Stralsund «Kein Weg zurück» .

Neben seinem Schaffen als Schauspieler ist Vladimir Korneev Chansonsänger. Er ist dreifacher Preisträger in Folge beim «Bundeswettbewerb Gesang Berlin für Musical/Chanson» und Gewinner des internationalen Andrej-Popov-Chansonwettbewerbs «The singing mask» in St. Petersburg. Seine Liederabende erzählen mit Intensität und Feingefühl in Klang und Wort von der Sehnsucht nach Liebe. Seit Jahren wird Vladimir von dem Konzertpianisten und Dirigenten Liviu Petcu begleitet.

Im Mai 2014 brachte Vladimir sein Chanson-Debüt-Studioalbum «Weitergehn»  mit BR Klassik im Deutschen Theater München heraus. Mit seinem französisch-russischen Programm «LIEDÉЯ» feierte Korneev 2016 sein Berliner Debüt in der Bar jeder Vernunft und brachte dieses Live-Konzert als sein zweites Album «Récital» 2016 auf den Markt. Sein drittes Album «Románce» nahm Korneev 2017 als seine erste Orchester-CD mit dem WDR Funkhausorchester auf. Liviu Petcu schrieb die Arrangements und dirigierte die Aufnahmen. Seit dem Sommersemester 2015 ist Vladimir Korneev Dozent an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in den Fächern Gesang und Chanson.

ANETTE MAIBURG - FLÖTE

Die ECHO-Klassik-Preisträgerin Anette Maiburg ist eine Flötistin mit vielen Facetten. Jenseits ihrer fundierten klassischen Ausbildung, ihrer Tätigkeit als gefragte Solistin, Orchester- und Kammermusikerin ist Anette Maiburg als feinsinnige Musikforscherin immer auf der Suche nach neuen musikalischen Wegen. Die weltoffene Musikerin lässt sich von den Musiktraditionen verschiedenster Kulturen inspirieren und entwickelt eigene Projekte. So entstehen in Zusammenarbeit mit internationalen Spitzenmusikern unterschiedlicherGenres faszinierende Dialoge zwischen klassischer Musik und anderen Musikwelten. Als Künstlerische Leiterindes Niederrhein Musikfestivals hat sie mit der «Classica»-CD- und Konzertreihe die Musikwelten Kubas, Argentiniens, Venezuelas, Spaniens, Frankreichs und Brasiliens mit klassischem Klangsinn neu interpretiert. Maiburg entwickelt überraschende Konzertprogramme mit renommierten Chansonniers, Tänzern, Malern und Schauspielern. Darüber hinaus inspiriert sie zeitgenössische Komponisten dazu, das Flötenrepertoire mit anspruchsvollen neuen Werken zu bereichern, die sich als Ersteinspielungen in ihrer umfangreichen Diskographie wiederfinden. Nachdem sie an den Hochschulen Köln und Lübeck als Dozentin tätig war, ist es ihr heute ein zentrales Anliegen, ihre Erfahrungen in Meisterkursen an den künstlerischen Nachwuchs weiterzugeben. In Projekten wie „Ein Klang – Klassische Musik & Graffiti Art“ verbindet sie Live-Musik mit bildender Kunst und begeistert damit Jugendliche für die Klassik.

STEFAN MALZEW - CHANSONARRANGEMENTS, KLARINETTE & VIBRAPHON

ist ein passionierter Vollblutmusiker, der nicht nur mit dem Taktstock in Erscheinung tritt, sondern auch als Komponist, Pianist und Klarinettist die Zuhörer in seinen Bann zieht. Sein Berufsweg als Dirigent führte ihn in den 1980er und 1990er Jahren über das Schweriner Staatstheater und eine Zwischenstation am Stadttheater Gießen zur Neubrandenburger Philharmonie, die er als Chefdirigent und GMD von 2001 bis 2015 leitete.  Zwischenzeitlich war Malzew auch als Operndirektor an der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz tätig. 2003 rief er die Neubrandenburger Konzertnächte ins Leben, die mittlerweile deutschlandweit eine begeisterte Fangemeinde haben.

Malzews Kenntnis und Flexibilität im Umgang mit diversen Stilrichtungen war und ist Basis für Projekte mit Künstlern, die jenseits der Klassik zu Hause sind. So entstand beispielsweise für die NDR-Bigband ein komplettes Programm mit Musik von Mozart in unerhörtem Gewand («MoJazzArt»). Gemeinsam mit Ute Lemper und dem Vogler-Quartett spielte er die CD «Paris Days – Berlin Nights» ein, die ausschließlich von ihm geschriebene Arrangements enthält und 2013 eine Grammy-Nominierung bekam. Für die Pianistin Ragna Schirmer entstanden Bearbeitungen von Händelschen Orgelkonzerten für Hammondorgel und ein um Streicher erweitertes Jazzensemble. 2015 kam das innovative Programm «Erlkönigs Verwandlung» beim Niederrhein Musikfestival heraus, für das Stefan Malzew für den Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz und ein Kammerensemble klassische Kunstlieder von Schubert, Schumann und Brahms arrangiert bzw. „re-komponiert” hat.

Aktuell widmet er sich neben seinen Aktivitäten als Dirigent, Komponist und Instrumentalist mit großer Intensität seinem Onlineprojekt (www.einfach-musik.de) zur Vermittlung musikalischen Basiswissens.

KARINA BUSCHINGER - VIOLINE

begann im Alter von sechs Jahren mit dem Geigenspiel bei ihrer Mutter. Danach folgten ein Studium bei Prof. Rainer Kussmaul in Freiburg, Meisterkurse bei Prof. Igor Ozim, Herrmann Krebbers, Miriam Fried und Dmitri Sitkovetsky. 2003 war sie Finalistin des Internationalen Kulenkampff Wettbewerbs, des ARD-Wettbewerbs München sowie des Deutschen Musikwettbewerbs. Sie war zu Gast bei zahlreichen Festivals: Beethovenfest Bonn, Schloss Elmau, Schleswig-Holstein Musikfestival und Schwetzinger Festspiele. Im Mai 2006 musizierte sie beim Kammermusikfestival «Chamber Music Connects the World» der Kronberg Academy gemeinsam mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Frans Helmerson. Sie ist Dozentin der Villa Musica in Mainz und Mitglied des Ensembles Gagliano mit Julian Steckel und Aline Saniter.

ISABELLE ENGELS - VIOLINE

studierte Violine bei Mihaela Martin an der Kölner Musikhochschule, bei Donald Weilerstein am New England Conservatory in Boston und bei Gerhard Schulz in Wien. Künstlerisch beeinflusst wurde sie durch Meisterkurse mit Edward Dusinberre, Stefan Gheorghiu, Miriam Fried, Igor Ozim, Itzhak Perlman und Stefan Picard. Isabelle Engels ist Preisträgerin des internationalen Louis Spohr Wettbewerbs sowie mehrfache Bundespreisträgerin. Sie ist Empfängerin des Gerd Bucerius Stipendiums der Zeit Stiftung sowie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des DAAD, der Sinfonima Stiftung Mannheim und der Kunststiftung NRW. Als Solistin spielte sie mit der Staatskapelle Weimar und den Bochumer Symphonikern beim «Marler Debüt». Konzertreisen führten sie durch ganz Europa, in die USA und nach Asien.

JUNICHIRO MURAKAMI – VIOLA
Junichiro Murakami schloss 2000 sein Studium an der TOHO Musikhochschule in Tokyo bei Prof. Mazumi Tanamura ab. Seit 1999 konzertierte er als Gast-Solobratschist in renommierten Orchestern und Kammermusikensembles wie dem Tokyo Philharmonic Orchestra, Osaka Symphony Orchestra, Sendai Philharmonic Orchestra, Tokyo Ensemble u. v. a. Ab 2004 studierte er als japanischer Regierungsstipendiat am Conservatorio Luigi Cherubini in Florenz bei Prof. Augusto Vismara. Er gewann erste Preise bei der Tokyo Chamber Music Competition (1998), beim Premio Trio di Trieste (2005) sowie beim Premio Vittorio Gui Florenz (2008). Als erster Preisträger wurden ihm Auftritte in 60 Konzerten in ganz Europa ermöglicht. Seit 2011 ist er Solobratschist beim WDR Sinfonieorchester Köln.
GUIDO SCHIEFEN - VIOLONCELLO

studierte in Köln bei Alwin Bauer und in Kursen bei Maurice Gendron und Siegfried Palm. Er ist Preisträger des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau und erhielt den Kunstförderpreis von NRW. Heute konzertiert der weltweit renommierte Cellist in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Nahost. Als Solist wurde er z. B. vom WDR Köln, den Berliner Symphonikern sowie den Bamberger Symphonikern eingeladen. Seit seinem äußerst erfolgreichen Debüt mit den sechs Solosuiten von J. S. Bach bei der Bachwoche Ansbach hat er sich einen hervorragenden Ruf als Interpret dieser Werke erworben. 1996 hat er als jüngster Cellist eine Gesamteinspielung für BMG/Arte Nova vorgenommen. Im Jahr 2008 wurde er als Professor an die Musikhochschule Luzern berufen.

Künstler/Besetzung

VLADIMIR KORNEEV
GESANG

ENSEMBLE DES NIEDERRHEIN MUSIKFESTIVALS:

ANETTE MAIBURG 
FLÖTE

STEFAN MALZEW 
CHANSONARRANGEMENTS/
KLARINETTE & VIBRAPHON

KARINA BUSCHINGER 
VIOLINE

ISABELLE ENGELS 
VIOLINE

JUNICHIRO MURAKAMI 
VIOLA

GUIDO SCHIEFEN
VIOLONCELLO

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