(Uraufführung)
Die neue Musik aus Lateinamerika ist so ganz anders als das, was in Europa in diesem und im letzten Jahrhundert produziert worden ist. Dies liegt nicht nur daran, dass die Tradition der klassischen komponierten Musik auf dem Kontinent zwischen Atlantik und Pazifik wesentlich jünger ist als bei uns. Es ist vor allen Dingen die Folklore Lateinamerikas, die mit ihren pulsierenden Rhythmen und ihrer ständigen Bewegung ungebrochene Lebensfreude und Optimismus ausstrahlt. Diese Folklore ist in die Werke von Carlos Frainas und von Astor Piazzolla unmittelbar eingeflossen. In Verbindung mit den strengen kompositorischen Regeln westeuropäischer Kompositionslehren sind hier wunderbare und ausgewogene Werke entstanden, die die Dramatik abendländischer Symphonik mit den Tänzen und Gesängen der neuen Welt verbinden.
Dies gilt auch für das neue Werk des kubanischen Künstlers Joaquín Clerch. Der Gitarrist und Komponist Clerch hat sowohl in seinem Heimatland als auch in Deutschland und in Österreich zahlreiche Ehrungen erhalten. Mit seinem Konzert für Flöte und Orchester legt er eine Komposition vor, in der die Rhythmen der Volksmusik Kubas eine wichtige Rolle spielen. Sie bilden die Grundlage des Werkes. Dazwischen geschaltet sind eingängige lyrische Passagen, in denen sich der Flötenklang vielfältig entfalten kann. Die Uraufführung dieses melodiösen und kraftvollen Werks wird mit Spannung erwartet.






