Samstag, 5. September 2009, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Langen Foundation
HIMMEL & APOKALYPSE - MOZART TRIFFT MESSIAEN
RALPH MANNO - KLARINETTE
ERIK SCHUMANN - VIOLINE
GUIDO SCHIEFEN - VIOLONCELLO
ALFREDO PERL - KLAVIER
(Bearbeitung Dirk Lötfering)
Im Jahr 1784 war Mozart ein vielbeschäftigter Virtuose, allein in Wien gab er innerhalb von 46 Tagen 23 Konzerte. Trotzdem blieb ihm noch genügend Zeit eines seiner eindrucksvollsten Kammermusikwerke zu komponieren - das Quintett KV 452. Begeistert schrieb er in einem Brief an seinen Vater, "…ich halte es für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe." Das Quintett in der außergewöhnlichen Besetzung für Klavier, Oboe, Flöte, Klarinette und Fagott wurde sehr schnell für den "Hausgebrauch" für andere Besetzungen bearbeitet u. a. für ein Klavierquartett mit Streichern. Die Besetzung mit Klavier, Violine, Violoncello und Klarinette verbindet auf sehr schlüssige Weise beide Besetzungsformen.
Mozart und Messiaen in einem Konzert zu kombinieren, bedeutet immer die Kontraste zu betonen. Das "Quartett auf das Ende der Zeiten" ist das einzige Kammermusikwerk, das Olivier Messiaen geschrieben hat. Ein eigenwilliges und erschütterndes Werk, entstanden in einem Europa der Apokalypse. Kaum eine andere Komposition hat die Entwicklung der Musik des 20. Jahrhunderts mehr beeinflusst. Die Uraufführung fand am 15. Januar 1941 vor 5000 Häftlingen im Kriegsgefangenlager in Görlitz statt. Später bemerkte er: "Niemals wieder wurde mir mit solcher Aufmerksamkeit und solchem Verständnis zugehört." Tiefste Stille und erschütternde Dramatik, Licht und Dunkelheit, Farben, unendliche Hymnen und expressive Virtuosität lösen einander in einer derartigen Intensität ab, wie sie wohl kaum in einer anderen Kammermusik zu finden ist.





