Sonntag, 8. September 2013, 17.00 Uhr
Veranstaltungsort: Innenhof Schloss Dyck*
Eröffnungskonzert des Internationalen Niederrhein Musikfestival 2013
LIEDER ZWISCHEN HIMMEL & ERDE
SIBYLLA RUBENS – SOPRAN
RALPH MANNO – KLARINETTE
ANTHONY SPIRI – KLAVIER
Werke von Mozart, Spohr, Verdi, Schubert und Seiber
Die Verbindung von Sopran, Klarinette und Klavier erlaubt einen kammermusikalischen Streifzug von tiefster
Romantik zu virtuoser Opernfantasie, vom „einfachen“ Lied zu lautmalerischen Liedwelten à la Christian Morgenstern.
Die sechs deutschen Lieder von Louis Spohr am Anfang des Programms strotzen nur so vor romantischen Topoi.
Doch klug entwirft der Komponist in jedem Lied eine eigene Welt. Die Klarinette umspielt galant die Singstimme.
Der Fürstin von Sondershausen, Auftraggeberin der Komposition, wird das Werk gefallen haben. Louis Spohr dürfte
Franz Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ von 1828 sicherlich gekannt haben. Auch hier beförderte eine Frau als Auftraggeberin die Entstehung der Komposition. Die befreundete Sängerin Anna Milder-Hauptmann hatte es bei
Schubert bestellt, um damit Ihren Bühnenabschied einzuleiten und wünschte sich ein Werk voller Dramatik und Lyrik. Schubert selber erlebte die Uraufführung nicht mehr. Sein Werk aber verbindet genial romantischen Frühlingsaufbruch
mit abgründiger Todessehnsucht. Sopran und Klarinette ergänzen sich in dieser Komposition perfekt.
Dass Mozart ein Liebhaber der Klarinette war, ist kein Geheimnis – das Klarinettenquintett KV 581 und das Klarinettenkonzert KV 622 sind lebendiger Beweis. In seiner Oper „La Clemenza die Tito“ stellte er in der Arie
„Parto ma tu ben mio“ der Singstimme die Klarinette als Duopartner gegenüber. Der Klang des Wortes und die
Kraft der Musik befinden sich in der hier zu hörenden Kammermusikfassung in einer symbiotischen Beziehung.
Zwischen diesen Triowerken blitzen Duette der besonderen Art. Ausgesuchte Lieder von Fanny Hensel glänzen
im Programm. In ganz andere Liedwelten bricht man mit dem Ungarn Matias Seiber auf, der die drei Morgenstern
Gedichte – Die Trichter – Das Knie – Das Nasobem – bizarr in der Kombination Sopran und Klarinette zum Leuchten
bringt. Die virtuose Opernwelt blitzt in Verdis Rigoletto Fantasie für Klarinette und Klavier auf.
Ein Kammerkonzert mit abwechslungsreichen Zwiegesängen zwischen Klarinette, Sopran und Klavier.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss
* Im Innenhof Schloss Dyck, bei schlechtem Wetter im Festsaal




