Konzerte

Triowelten

Termin:
Sa, 2. September
20:00 Uhr

Kartenpreise:
25€/15€

Spielstätte:
Kirche Wickrathberg

Von romantischer Oper zu Tango-Sinnlichkeit Argentiniens

Mit dem Programm «Trio Welten» unternimmt Anette Maiburg, Künstlerische Leiterin des Niederrhein Musikfestivals, zusammen mit Florian Noack (Klavier) und Guido Schiefen (Violoncello) eine musikalische Reise von der deutschen Romantik zur Tango-Sinnlichkeit Argentiniens. In der herausragenden Akustik der Wickrathberger Kirche zeigt das Ensemble darüber hinaus die schier unerschöpflichen klanglichen und expressiven Möglichkeiten der Triobesetzung.

Mit «Fantasie sur le Freischütz» blickt Paul Taffanel, der Begründer der modernen französischen Flötenschule, über den Rhein und setzt sich mit der romantischsten Oper des deutschen Repertoires auseinander. Das virtuose Feuerwerk enthält die schönsten Arien aus Carl Maria von Webers Freischütz und eine Menge halsbrecherische Passagen, in denen der Flötist seine Technik unter Beweis stellen kann. Die Oper prägte mit ihrer Sangbarkeit und Dramatik auch das Instrumentalwerk von Webers. Dafür ist das Trio g-Moll für Klavier, Flöte und Violoncello op. 63 ein Beispiel, das zum Kernrepertoire aller großen Flötisten zählt. Die melancholische Stimmung der Komposition und die Verwendung einer Volksweise, die nicht nur Clemens Brentano und Johann Wolfgang von Goethe inspirierte, sondern auch biografische Hinweise auf von Webers Beziehung zu seiner späteren Frau Caroline Brand gibt, machen das Trio zu einem der bedeutendsten romantischen Werke seines Genres vor Franz Schubert.

Bohuslav Martinů schrieb sein Trio für Flöte, Violoncello und Klavier 1944 im amerikanischen Exil, wohin er vor den Nazis geflüchtet war. Die französische Clarté (Klarheit) der Musik verweist auf den Einfluss der französischen Hauptstadt, wohin Martinů mit 33 übergesiedelt war. Der Jazz seiner neuen Heimat Amerika klingt aus der Partitur aber ebenso heraus wie beschwingte böhmische Musikalität und die Freude über die Befreiung von Paris durch die Alliierten.

Von Astor Piazzolla, Vater des «Tango Nuevo», stammen die «Cuatro estaciones porteñas», in denen der Vater des «Tango Nuevo» dem Wechsel der Jahreszeiten in Buenos Aries nachspüren. Selbstverständlich enthält die Originalbesetzung ein Bandoneón, ohne das der Argentinische Tango schlicht undenkbar wäre. Die Fassung für Flöte, Cello und Klavier gibt dem Zuhörer die Gelegenheit, einmal auf andere Zwischentöne der Musik zu lauschen.

Auf dem Programm:

Werke von Martinu, von Weber, Piazzolla u. a.

Florian Noack – Klavier
Anette Maiburg – Flöte
Guido Schiefen – Violoncello

Künstler:

GUIDO SCHIEFEN – VIOLONCELLO

Er studierte in Köln bei Alwin Bauer und in Kursen bei Maurice Gendron und Siegfried Palm. Er ist Preisträger des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau und erhielt den Kunstförderpreis von NRW. Heute konzertiert der weltweit renommierte Cellist in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Nahost. Als Solist wurde er z.B. vom WDR Köln, den Berliner Symphonikern sowie den Bamberger Symphonikern eingeladen. Seit seinem äußerst erfolgreichen Debüt mit den sechs Solosuiten von J. S. Bach bei der Bachwoche Ansbach hat er sich einen hervorragenden Ruf als Interpret dieser Werke erworben, 1996 hat er als jüngster Cellist eine Gesamteinspielung für BMG/Arte Nova vorgenommen. Im Jahr 2008 wurde er als Professor an die Musikhochschule Luzern berufen.

ANETTE MAIBURG – Flöte
Foto: Harry Vorsteher

begann ihre Karriere als Flötistin beim Philharmonischen Orchester Hagen, Tourneen und Einspielungen mit den Bamberger Symphonikern, dem WDR Rundfunksymphonieorchester und dem Orchester der Beethovenhalle Bonn folgten. Dazu kam eine Lehrtätigkeit an den Musikhochschulen Köln und Lübeck an denen sie Soloklassen unterrichtete. Mit dem Label Dabringhaus und Grimm hat sie 2008 die CLASSICA-Reihe ins Leben gerufen. Für die Debüt CD ‚Classica Cubana‘ erhielt sie den ECHO-Klassik 2009 in der Dresdener Semper Oper. Mit den nun vier vorliegenden »Classica« CDs hat sie sich als Flötistin ein ganz eigenes Profil und Repertoire geschaffen. Sie wurde zu wichtigen deutschen Festivals, wie Rheingau Musikfestival, Weilburger Schlosskonzerte, Moselfestspiele u. a. eingeladen, und leitet regelmäßig Meisterkurse. Seit 2005 hat sie die künstlerische Leitung des Internationalen Niederrhein Musikfestivals inne.

FLORIAN NOACK – KLAVIER
Foto: MonikaLawrenz

der belgische Pianist Florian Noack gilt als „einer der vielversprechendsten Pianisten der nächsten Generation klassischer Musiker“. Bereits als 12jähriger wurde er in das Programm „Herausragende junge Talente“ der Chapelle Musicale Reine Elisabeth aufgenommen und besuchte Meisterkursen bei 
A.R. El Bacha, D. Bashkirov, V. Margulis und Brigitte Engerer. Mit 16 Jahren kam er in die Meisterklasse des russischen Komponisten und Pianisten Vassily Lobanov an die Musikhochschule Köln. Er ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, der Fondation Belge de la Vocation, des Internationalen Rachmaninov-Klavierwettbewerb (2010), des Internationalen Schumann-Wettbewerb in Zwickau (2012) und im Jahr 2013 beim Karlrobert-Kreiten-Klavierwettbewerb sowie Förderpreisträger beim Steinway Klavierwettbewerb. Für seine Debüt-CD mit Transkriptionen erhielt er 2015 den ECHO KLASSIK.

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